Kreis-FDP kritisiert Kopfnotenpraxis
In diesem Schuljahr wird eine weitere Neuerung der CDU-FDP-Landesregierung durchgesetzt: Das kommende Schulzeugnis wird erstmals wieder Kopfnoten erhalten, die Auskunft über das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler geben.“Die ersten Erfahrungsberichte aus den Schulen des Landkreises sind durchweg positiv”, berichtet der stellvertretende Kreisvorsitzende und Schulexperte Wolfgang Kraska, selbst Lehrer an einem Berufskolleg. “Wo Kollegen ihren Schülern das Prinzip der Kopfnoten erklärt haben, hat sich die Arbeitsatmosphäre in den Klassen deutlich verbessert.” Die meisten Schüler verstehen, dass eine gute Zeugnisnotiz über ihr Arbeit- und Sozialverhalten spätestens bei der Lehrstellensuche wichtig ist. Erhebliche Sorge bereiten jedoch die Durchführungsvorschriften, die die Bezirksregierung den Lehrern auferlegt. Demnach sind die Lehrer verpflichtet, zunächst nach festgelegtem Kriterienkatalog für jeden Schüler insgesamt sechs Teilnoten zu erheben. Danach werden diese Daten zu den beiden Kopfnoten (Arbeits- und Sozialverhalten) zusammengefasst.
“Ein unzumutbarer bürokratischer Aufwand”, befindet Kreisvorsitzender Michael Große Verspohl und kritisiert mit klaren Worten: “Wenn die Bezirksregierung das Verfahren in dieser Form verbürokratisert, konterkarriert sie die Intention der Landesregierung.” Wolfgang Kraska pflichtet aus praktischer Sicht bei: “Wer als Lehrer neben der Leistungsbeurteilung auch noch in sechsfacher Hinsicht das Arbeits- und Sozialverhalten erheben und dokumentieren wollte, hätte kaum noch Zeit zum Unterrichten.”
Kopfnoten sind ein gutes Instrument, um die Qualität unserer Schulen zu verbessern. Allerdings sollte die Umsetzung dem pädagogischen Sachverstand der Lehrer überlassen bleiben. “Unsere Lehrer sind durchweg gut ausgebildete Unterrichtsprofis.” so Große Verspohl. “Sie wissen selbst am besten, was für ihre Schulklassen das beste ist!”
Den Lehrern - und damit unseren Schulen - wäre mehr geholfen, wenn überflüssige Bürokratie abgebaut würde, so die einhellige Meinung des FDP-Kreisvorstandes.
